AG Chemieschulen
AG ChemieschulenHomeProjekteSchulenVeranstaltungenKontakt
www.ag-chemieschulen.de
Dies ist eine gemeinsame Website privater und staatlicher Chemieschulen Baden-Württembergs.
Mitmachen
Möchten Sie sich mit Ihrer Schule in die AG Chemieschulen einbringen? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Projekte  »  Theater-AG am Institut Dr. Flad

"Alles was Recht ist!"
Rechte und Pflichten - wozu Regeln?

Aufführung der Theater-AG am Institut Dr. Flad im März 2006

größer
größer
größer
größer
größer
» mehr Bilder

Wozu sind Regeln da?

Ohne Regeln würde auf der Welt nichts funktionieren. Deshalb gibt es die Naturgesetze und gesellschaftlichen Normen. Wo aber endet der Nutzen einer Regel? Wo setzt die Freiheit des Individuums ein? Und wo wird es fast schon zur "Pflicht", dem eigenen Gewissen zu folgen? Dieser Frage sind Schüler des Instituts Dr. Flad nachgegangen - in Ihrem selbst geschriebenen Theaterstück "Alles was Recht ist", das im Stuttgarter Theaterhaus Premiere hatte.

Aus einem Abstraktum eine Szene machen

Für die Inszenierung des Themas wurde die Technik des "Episodentheaters" gewählt, mit einführenden Kommentaren und gespielten Szenen. Und Dialogen, die nachdenklich machen: "Was wäre die Erfüllung der Pflicht, wenn sie keine Opfer kostete"? Das Stück brilliert mit inhaltlichem Tiefgang und einer modernen, frischen Inszenierung. Man erkennt sofort die professionelle Unterstützung durch den Regisseur Andreas Frey und staunt über die Qualität der Requisiten, Kostüme und Masken von Michaela Knepper (beide vom "DEIN Theater"). Eine gelungene Darbietung, für das Auge und für den Verstand. Erst recht, wenn man bedenkt, dass es selbst geschrieben und in eigener Regie entwickelt wurde.

Von den 10 Geboten bis zur Postmoderne wird unsere gesamte Kulturgeschichte gestreift. Es wird gestaunt und geraunt, wenn Frau Ethik leibhaftig die Bühne betritt, Antigone und Martin Luther zum Leben erwachen, das Dritte Reich oder die DDR neu auferstehen. Und es wird schallend gelacht, wenn der jugendliche "Harold" gesteht (eine Anspielung auf Harold & Maude), eine über 80-Jährige zu lieben - und Mutter, Verwandte, Priester oder Psychologinnen sich moralinsauer darüber aufrege(l)n. Schlagfertig wird der Sinn und Unsinn von Regeln in Form von Streitszenen dem Publikum vor Augen geführt. Aus einem abstrakten Stoff wird eine Szene - Theater zum Anschauen, zum Anfassen. Und zum Verstehen dessen, "was die Welt im Innersten zusammenhält".

Kritische Antworten auf knifflige Fragen
Das Stück verzichtet auf den erhobenen Zeigefinger, ohne der Beliebigkeit eines modernen laissez-faire Raum zu geben. "Wenn die Pflicht ruft, gibt es viele Schwerhörige", wird an einer Stelle süffisant bemerkt. Es setzt sich kritisch mit dem Thema auseinander und "bricht es" aus verschiedenen Perspektiven. Zwar lässt sich die Antwort aller Antworten - jedenfalls im wissenschaftlichen Sinne - nicht geben. Doch es wird klar, dass Regeln nötig sind, wenngleich sie nicht blind befolgt werden dürfen. Institutsleiter Wolfgang Flad sprach den Künstlerinnen und Künstlern ein großes Kompliment für ihre Arbeit aus. Und bei einem Blick in seine Augen hat man das Gefühl, dass er das Thema wohl nicht zufällig gewählt hat: "Ganz nebenbei" ist die Auseinandersetzung mit "Regeln" auch ein pädagogisches Exempel.

 

Weitere Bilder und Informationen finden Sie auf den Webseiten des Instituts. Dr. Flad:

   Impressum