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Schulen » Beispiele für Projektarbeiten "Entwicklung von Spielen zur Nachhaltigkeit" von Jasmin Haap und Sabine Wentsch, Institut Dr. Flad
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Mit dem Thema "Entwicklung von Spielen zur Nachhaltigkeit" begann eine für uns zunächst schwierige Einfindungsphase in dieses Projektarbeitsthema.
Für diese und andere Fragen mussten wir Antworten suchen. Zunächst war es an uns, so gut wie möglich diese Thematik aufzugreifen und zu durchdringen, um selbst erst einmal verstehen zu können, was es mit dem Begriff "Nachhaltigkeit" auf sich hat. Das Internet und das Lesen von Büchern, wie "Was verträgt unsere Erde noch? Wege in die Nachhaltigkeit" von Jill Jäger, sowie "Nachhaltigkeit" von Fred Luks, gaben uns dazu einen guten Einstieg. Ebenso führten wir mit Eltern, Freunden, Bekannten sowie fremden Personen verschiedenen Alters eine Befragung durch, die uns zeigen sollte, wie vielen der Begriff "Nachhaltigkeit" bekannt ist oder auch überhaupt nichts sagt. Um uns schließlich an die Entwicklung eines Spiels zu machen, suchten wir Anregung in verschiedenen Spielen, die bereits auf dem Markt sind. Zunächst hatten diese Spiele nichts mit dem Projektarbeitsthema zu tun. Wir testeten lediglich einige Spielarten, wie Würfel-, Karten-, Strategie- oder Ratespiele, um zu sehen, welche Art wir uns für unsere Spiele vorstellen könnten. Außerdem probierten wir einige Spiele zum Thema Umwelt oder Nachhaltigkeit aus - ob als Brettspiel oder als Onlinespiel. Ein paar Tipps bezüglich Spieleentwicklung suchten wir bei Spieleautoren, wie Wolfgang Kramer oder Gerd Fenchel sowie der ehemaligen Flad-Schülerin Annika Abert, die im Jahr 2006 das Chemiespiel "Chemiecorsa" entwickelte. Diesen Personen möchten wir hiermit noch einmal herzlich danken. Zwar liegen die Ideen für unsere Spiele ganz bei uns, doch haben Sie uns das Ganze durch Anregung und Ratschläge etwas erleichtert. Vielen Dank! Ebenso danken möchten wir den Spieletestern, die sich die Zeit genommen haben, unser Spiel zu spielen und anschließend einige für uns wichtige Bewertungen abzugeben. Besonders danken möchten wir Herrn Dr. Jürgen Flad für die Betreuung dieser nicht allzu leichten Projektarbeit. Er konnte uns bei jeder Besprechung ein Stückchen weiter helfen und uns animieren weiterhin am Ball zu bleiben, denn wir persönlich fanden dieses Thema als doch recht große Herausforderung. Wie schon erwähnt, mussten auch wir uns, trotz Vorkenntnisse über Nachhaltigkeit, erst einmal vertiefter in das Thema einarbeiten. Aber sich näher mit dieser derzeit so aktuellen, weltweit diskutierten Thematik auseinander zusetzen war, wie wir beide feststellten, nicht nur eine Bereicherung für uns. Auch dem Spiel und den damit verbundenen Spielern wollten wir das Thema so gut wie möglich mit- und weitergeben. Bei dieser Projektarbeit sahen wir vor allem darin den Vorteil gegenüber anderen Projektarbeiten, dass nicht nur Recherchieren und Herausarbeiten von Themen gefragt war, sondern wir uns kreativ und künstlerisch an die Entwicklung eines Spiels machen konnten. Da Spielen generell in unserer Freizeit zu einer häufigen und gern ausgeführten Beschäftigung zählt, war das Thema eigentlich auf uns zugeschnitten. Nicht nur, dass wir selbst noch etwas dazu lernen konnten, wir konnten auch Stolz darauf sein, unsere selbst entwickelten Spiele mit deren Botschaft an die Spielenden weitergeben zu können. Denn wir sind der Meinung: Nachhaltigkeit geht alle an!
Inhalt dieser Projektarbeit war es, Spiele zum Thema "Nachhaltigkeit" zu entwickeln. Dazu wurde der Begriff der Nachhaltigkeit zunächst durch Recherchieren und Studieren durchdrungen und so aufbereitet dass er in kleinen Portionen spielbar und vermittelbar wurde. Nach Entwurf eines Prototyps mit Entwicklungstests wurde solange korrigiert und verfeinert, bis letztendlich die entstandenen Spiele fertig waren. Ziel der letztendlich entwickelten Spiele soll sein, dass es dem Spielenden möglich wird, sich spielerisch dem Thema zu nähern und er es anhand von handhabbaren Figuren, Karten, Steinen oder sonstigen Spielutensilien "begreift". Spiele sind eine gute Möglichkeit, um den Spielenden mit Themen und Problematiken zu konfrontieren, ohne dabei Mittel des "sturen Lernens" zu verwenden. Ein Spiel soll neben Spaß auch einen gewissen Lerneffekt mit sich bringen. Vor allem Lernspiele tragen zu solch einem Effekt bei, da sie gezielt auf die Weiterbildung der Spielenden ausgerichtet sind. Solche Lernspiele zur Nachhaltigkeit haben wir für Kinder und Jugendliche entwickelt.
The task of this project was to develop games with the topic "sustainability". For this reason we studied and read up on the term sustainability to make sure that they could be played and arranged. After having created a concept of a prototype we made tests in order to improve and correct the game until the games had been finished. The aim of the games should be, that the gamer could approach the topic playfully and that he could "understand" it on the basis of tokens, cards, gaming pieces or other game implements. We think, games are a good chance to confront the players with the topic and the difficulties without applying the method of "pure learning". In addition to fun, a game should also implicate a certain learning effect. Above all educational games contribute to such an effect, because they are aimed at further education of the players. We developed such educational games of sustainability for kids and teens.
Die Auswahl an Spielen ist groß, zu vielen unterschiedlichen Gebieten und Themen gibt es eine große Vielfalt an Spielen. Jedoch gibt es kaum Spiele die das aktuelle Thema der Nachhaltigkeit beinhalten. Das Ziel unserer Arbeit war es, Spielideen zu entwickeln, die den Nachhaltigkeitsgedanken vermitteln. Unter dem Motto spielend lernen, entwickelten wir dazu zwei Spiele: "Auftrag Erde" für Jugendliche und "Die Umwelthühner" für Kinder. Dazu haben wir uns zunächst mit den Themen Nachhaltigkeit und Spiele näher beschäftigt. Nachhaltigkeit ist ein umfangreiches und derzeit viel diskutiertes Thema. Ursprünglich stammt der Begriff aus der Forstwirtschaft und besagte "Man schlägt nur so viel Holz wie nachwächst". Nachhaltigkeit wird als Zukunftsfähigkeit oder auch Generationengerechtigkeit bezeichnet. Es ist ein ständig aktuelles Thema.
Dies ist eine von vielen Erklärungen des Begriffes. Auch Zukunftsfähigkeit und Generationengerechtigkeit sind entsprechende Synonyme. Der Begriff wird häufig mit Umweltschutz in Verbindung gebracht, jedoch stehen zunächst die Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt. Nachhaltigkeit ist ein all umfassender und komplexer Begriff. Der Ausdruck beinhaltet ökonomische, ökologische und soziale Aspekte. "Der Umweltrat warnt davor, dass Nachhaltigkeit zu einem Beliebigkeitsbegriff verkommt." 2 Dies widerlegt die große Spannbreite, die dieser Begriff umfasst. Nachhaltigkeit betrifft nicht nur Industrie- und Entwicklungsstaaten, Nachhaltigkeit betrifft jeden einzelnen. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es Verantwortung zu übernehmen, denn heutiges Handeln beeinflusst die Entfaltungsmöglichkeit der in der Zukunft lebenden Menschen. "Alles, was wir in der Gegenwart tun, wirkt fort in der Zukunft, aber auch alles, was wir nicht tun" 3.
Der weltweit diskutiere Begriff der "nachhaltigen Entwicklung" hat seine Wurzeln in der Forstwirtschaft, eingeführt von Hans Carl von Carlowitz, einem Forstwirt aus dem sächsischen Freiberg. Er veröffentlichte 1713 sein forstwirtschaftliches Buch "Sylvicultura Oeconomica" 4. Dieses Werk umrahmte die Grundprinzipien einer nachhaltigen Entwicklung. Ausschlaggebend war die Holzknappheit in dieser Zeit. Da große Mengen Hölzer zur Fertigung von Kriegsschiffen und Galeeren verwendet wurden, waren die königlichen Wälder in einem bedrückenden Zustand. Carlowitz war der Ansicht, Holz sei so wichtig wie das tägliche Brot. Man müsse es mit Behutsamkeit nutzen, sodass sich ein Gleichgewicht zwischen An-und Zuwachs und dem Abtrieb des Holzes einstellt. Carolwitz bemängelte die Denkweise des kurzfristigen Gelderlöses seiner Zeitgenossen. In seinem Buch machte er sich unter anderem für die "Verbesserung der Wärmedämmerung beim Hausbau", "planmäßige Aufforstung durch Säen und Pflanzen" und eine "Verwendung von energiesparenden Schmelzöfen und Küchenherden" stark.
Das Dreieck der Nachhaltigkeit symbolisiert den Zusammenhang unterschiedlicher Dimensionen, die gleich stark berücksichtigt werden müssen, um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten. Das Dreieck soll zeigen, dass Nachhaltigkeit mehr als nur Umweltschutz ist. Es bildet sich aus der ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimension. Um das Dreieck im Gleichgewicht zu halten ist es notwendig, alle drei Dimensionen zu berücksichtigen, jedoch dürfen diese nicht auf Kosten anderer Bereiche erreicht werden. Ein Beispiel wäre: Bekämpfung der Arbeitslosigkeit auf Kosten der Umwelt. 5 "Planst du für ein Jahr, so sähe Korn, planst du für ein Jahrzehnt, so pflanze Bäume, planst du für ein Leben, so bilde Menschen." 6 Um dem Dreieck gerecht zu werden, ist es zwingend notwendig Menschen aufzuklären, damit jeder einzelne sein Verhalten und seine Einstellung ändert. Ein besonderer Strukturwandel ist im Konsumverhalten der Bevölkerung vorzunehmen.
Die Ökologie wird am häufigsten mit dem Nachhaltigkeitsgedanken verbunden. "Sie steht vor allem deshalb im Zentrum der Debatte über Nachhaltigkeit, weil sie vom Menschen gebraucht wird (...)" 7 Das heutige Handeln hat besonders im Bereich der Ökologie Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung. Die nachhaltige Ökologie hat die Zielfunktion Natur und Umwelt für kommende Generationen zu bewahren. Sie umfasst auch die Bereiche Umweltschutz, Klimawandel, erneuerbare Energien, Erhaltung von Artenvielfalt und Ressourcenschonung.
Klimaschutz
Erneuerbare Energien
Die soziale Nachhaltigkeit beruht auf der Gerechtigkeit. Diese soll zwischen Generationen, Gesellschaften, Individuen und Entwicklungs- und Industrieländer herrschen. Dabei sollten keine sozialen Spannungen herrschen und Konflikte auf friedlichem Wege ausgetragen werden. Durch die soziale Dimension der Nachhaltigkeit sollen die Grundbedürfnisse der Menschen gesichert werden. Eine gleichmäßige Verteilung von Rohstoffen, würde einen großen Schritt in Richtung Armutsbekämpfung sein. 11 Auch Partizipation und Lern- und Entwicklungsfähigkeit gehören zum Themengebiet.
Die ökonomische Dimension ist eng mit den beiden anderen Dimensionen verknüpft. Sie steht für eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft. Dabei soll eine umweltfreundliche Produktion und eine nachhaltige Wirtschaftsweise eingeführt werden. Umweltfreundliche Technologien, hoher Beschäftigungsgrad und eine wachsende Lebensqualität sind zugehörige Aspekte. Ein weiteres Ziel ist die Schaffung einer Finanzstabilität.
Eine nachhaltige Wirtschaftsweise bedeutet auch ein nachhaltiger Konsum. Die Bevölkerung darf dabei nicht über ihre Verhältnisse leben. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Förderung verantwortungsbewusster Unternehmen. Ausgeglichenheit in der Wirtschaft, nur so wird ein Staat der Nachhaltigkeit in dieser Dimension gerecht.
Bevor wir uns Gedanken über unsere Spielidee machten, befragten wir zunächst Freunde, Bekannte und Verwandte, ob ihnen der Begriff und die Bedeutung der Nachhaltigkeit bekannt ist. Dazu stellten wir Ihnen folgende Frage: Ist dir der Begriff "Nachhaltigkeit" bekannt?
Dazu teilten wir die Befragten in Altersgruppen ein und erstellten dazu folgende Diagramme:
Bei dieser Umfrage stellten wir fest, dass nur sehr wenige Jugendliche über das Wesen der Nachhaltigkeit bescheid wissen. Etwas verwundert waren wir, dass doch ein größerer Teil der Befragten, den Begriff noch nie gehört haben.
Die Altersgruppe zwischen 17 und 25 Jahren zeigte schon mehr Wissen zu diesem Thema. Mehr als die Hälfte wusste zwar nicht die Bedeutung, jedoch kannten immerhin 35 % der Befragten die Ziele der Nachhaltigkeit. Nur einem geringen Teil war der Begriff nicht geläufig.
Bei dieser Umfrage bekamen wir oft die Antwort B zu hören. Was uns etwas erstaunte war, dass keiner der Befragten mit C antwortete, somit war der Begriff allen bereits bekannt. Diese Umfrage ist vielleicht nicht ganz so aussagekräftig, da wir nur wenige Menschen befragten, jedoch sind wir davon überzeugt, dass wir uns an diesen Ergebnissen orientieren können. Somit wurde ein stückweit bewiesen, dass der Begriff Nachhaltigkeit zwar bekannt ist, aber viele nicht wissen, was dahinter steckt. Mit dieser Erkenntnis, gingen wir unsere Aufgabe an. Es sollten Spielideen sein, die den Nachhaltigkeitsgedanken mit einem Lerneffekt vermitteln.
Gesellschaftsspiele sind Brett-, Karten-, Rate-, Glücks-, Denk- und Geschicklichkeitsspiele. Oft werden sie, um in Gesellschaft mit anderen zu sein, gespielt. Dabei steht das Vergnügen und Beisammensein im Vordergrund.
Bei Brettspielen ist das Hauptelement ein Spielbrett (Spielplan), auf dem die Spieler mit Figuren, Steinen oder anderen Materialien agieren. Das Brettspiel kann verscheiden aufgebaut sein, oder sich auch variabel aus Einzelteilen zusammensetzen.
Ein Würfelspiel ist ein Glücksspiel, bei dem mit einem oder mehreren Spielwürfeln ein bestimmtes Ergebnis erzielt werden muss. Der Ausgang des Spieles ist nicht vorhersehbar. In den meisten Fällen wird ein sechsseitiger Würfel mit Augen eingesetzt. Beispiele für bekannte Würfelspiele sind Mäxchen, Kniffel und Elf Hoch.
Der wesentliche Bestandteil eines Kartenspiels sind Spielkarten. Diese werden über spezielle Spielregeln und Ziele zum Einsatz gebracht. Bekannte Kartenspiele sind zum Beispiel Schwarzer Peter, Mau-Mau Schlafmütze und Skip- Bo.
Bei dieser Art ist der Ausgang des Spiels weitgehend vom Zufall abhängig und nicht vom Geschick oder den Entscheidungen der Spieler.
In dessen Spielverlauf müssen Denksportaufgaben und Wissensfragen meist möglichst schnell, richtig beantwortet werden. Das Fragespiel ist oft mit einem Lerneffekt, in Form eines Quizes, verbunden.
Strategiespiele enthalten keinen oder fast keinen Glücks- bzw. Zufallsanteil. Sie erfordern jedoch ein möglichst umfassendes Vorgehen während des gesamten Spielverlaufs zu entwickeln. Anders als bei purer Taktik geht es nicht nur darum, den vorangegangenen Spielzug beziehungsweise den anschließend folgenden in seine Überlegungen einzubeziehen, sondern mehrere Spielzüge im Voraus zu denken. Beispiele hierfür sind Schach, Dame, Focus.
Vor und während der Entwicklungsphase unserer Spiele, testeten wir einige Umweltspiele die bereits auf dem Markt sind. So konnten wir einige Methoden und Taktiken, die die Spiele beinhalten, erkennen. Dabei beurteilten wir einzelne Parameter, wie Lerneffekt, Spaßfaktor, Schwierigkeitsgrad.
Internetseite: www.umweltbildung.at/konsumaniac
Das Spiel "Auftrag Erde" ist ein Brettspiel für 3 - 4 Personen im Alter von 12 - 99. Ziel ist es in der Gruppe besondere "Aufträge" zu lösen bzw. Schadensereignisse zu beseitigen, welche die schwarze Spielfigur verursacht. Die "Aufträge" sind besondere Ereignisse, die täglich durch den Menschen verursacht wurden. Mit vorgegebenen, aber nicht immer auf das Problem passenden Mitteln, ist es Aufgabe, einen Weg zu finden, um möglichst viele dieser "negativen Auftragsauswirkungen zu beseitigen, damit die Erde nicht in einen unbewohnbaren Zustand gerät.
Immer mehr Menschen achten nicht mehr auf den Zustand unserer Erde. Es wird achtlos Müll erzeugt und entsorgt, viel zu viele Autos sowie Industrieabgase erschweren uns das Einatmen der sauberen Luft, es werden unachtsam Ressourcen verschwendet und die wenigsten denken an die Umwelt. Mit dem Verhalten des Menschen und dessen Auswirkungen auf den Zustand der Erde kann es so nicht weitergehen! Nur die Menschen allein können zum Schutz und der Erhaltung der Erde auch für nachfolgende Generationen beitragen, indem sie zu Hause, bei der Arbeit, in der Politik, in der Wirtschaft, im Verkehr, beim Einkaufen - eigentlich überall lernen, nachhaltig zu denken und dieses Denken in ein für die Erde nützliches Handeln umsetzen.
Das Spiel besteht aus Auftrags- sowie Fragekarten. Auf einem Spielfeld, welches einen Ausschnitt der Erde zeigt, bewegen die Spieler ihre Spielfiguren. Eine große schwarze Spielfigur symbolisiert die Menschen, die der Erde durch nicht nachhaltiges Handeln Schaden zufügen. Die Spieler sollen die Schadensereignisse beseitigen. Dies ist ihr gemeinsamer Auftrag! Die Orte der zu lösenden "Aufträge" müssen mittels Würfeln zunächst erreicht werden. Vorgefertigte Hilfskärtchen sollen den Spieler selbst zum Nachdenken anregen, wie genau er sich seinen Lösungsweg zu diesem "Auftrag" vorstellt. Teilweise passen die Kärtchen genau und der Spieler kann durch kurze Aufklärung den "Auftrag" als gelöst melden. Verfügt der Spieler jedoch nicht über solch eine direkt passende Karte, so kann er versuchen, durch kreative Entwicklung von Ideen den Auftrag zu lösen. Die anderen Spieler müssen der logischen Erklärung ihres Mitspielers zustimmen, können ihm aber bei der Umsetzung behilflich sein. Im Vordergrund steht das gemeinsame Beseitigen der negativen Ereignisse. Zwar gibt es am Ende durch Erreichen der Punktesteine auch einen Einzelsieger, doch schaffen es die Spieler zusammen nicht, den Zustand der Erde im "grünen Bereich" zu halten, so hat keiner gewonnen und das Spiel und die Erde sind verloren. Die Erde konnte nicht gerettet werden- alle Spieler haben versagt! Dies bedeutet, dass die Spieler während des Verlaufs in keinem direkten Konkurrenzkampf zueinander stehen. Damit soll ebenso verdeutlicht werden, dass zum Erreichen von Zielen, wie hier das nachhaltige Denken in allen Bereichen unseres Alltags, die Gemeinschaft klare Vorteile bietet. Nicht umsonst gibt es schon seit langem das Motto: "Gemeinsam sind wir stark!"
Das Spielbrett von "Auftrag Erde" zeigt einen Ausschnitt der Erde. Mittels verschiedener Farben und Symbolen zeigt der Ausschnitt gewöhnliche Landschaftsbereiche, Städte, Industrieflächen usw., genauso wie es auf der Welt ist. Dabei sind die jeweiligen Ränder des Spielbretts miteinander "verbunden". Treten die Spieler oben bzw. rechts aus dem Spielfeld aus, so treten sie unten bzw. links wieder ein (runde Erde). Die Erläuterungen der Symbole sind im Deckel der Spielschachtel aufgelistet.
Es gibt vier gewöhnliche Spielfiguren, in vier verschiedenen Farben. Mit diesen Figuren bewegen sich die Spieler auf dem Spielfeld. Die größere schwarze Figur hingegen soll sich bewusst von den anderen Spielfiguren abheben, da sie für die negativen Ereignisse steht. Durch den Zug dieser Figur, welche durch die Spieler geschieht, werden auf der Erde weitere Schäden ausgelöst und dienen den Spielern als Aufträge.
Die Auftragskarten des Spiels sind so aufgebaut, dass das allgemeine Ereignis als Überschrift gekennzeichnet ist. Das darunter liegende Bild zeigt dazu eine genauere Situation aus dem Alltag und soll dem Spieler ebenso als Verdeutlichung dienen. Es wird jeweils das Ereignis anhand eines knappen Einleitungssatzes geschildert, anschließend folgt die Ursachenbeschreibung für solch ein Problem. Mit der Information über die Auswirkungen im unteren Drittel der Karte soll dem Spieler, neben dem Fakt, dass ein Problem existiert, auch die daraus resultierenden negativen Folgen aufgezeigt werden.
Bei Fragen, mit denen zusätzliche Punkte erhalten werden können, kann der Spieler eventuelles Vorwissen anwenden. Häufig sind Fragen gestellt, die eine Schätzung verlangen und somit kein unmittelbares Wissen erfordern. Die Fragen sollen also hauptsächlich als zusätzliche Lern- Abwechslung dienen. Da die Antworten auf den Fragekarten ausführlich mit angegeben sind, wird dem Spieler so Wissen vermittelt. Zum Teil sind den Fragen auch Bilder beigefügt, um sich die Situation oder das Problem genauer vorstellen zu können.
Das Spielfeld von "Auftrag Erde" wurde mittels Computer erstellt. Es soll einen Ausschnitt der Erde zeigen. Darum enthält es auch Bereiche wie Wald, Landwirtschaft, Stadt, Industrie, Berg, Wasser, Wiese und Wüste. Diese Bereiche sind durch die Kästchen und die unterschiedlichen Farben sichtbar gemacht. Farben, wie sie auch auf der Erde existieren. In den Kästchen sind verteilt Symbole eingefügt, die die Bereiche genau festlegen. Die Auftrags-, Frage-, sowie Lösungskarten sind ebenfalls mit dem Computer erstellt. Ein jeweiliges Bild sowie Hintergrundbilder sind auf die Karten aufgedruckt. Zum Schutz sind alle Karten laminiert und das Spielfeld etc. mit Folie überzogen. Das Spielbrett ist von einem alten Spiel, das nicht mehr genutzt wird. Mit einem braunen Karton haben wir das Spielbrett überzogen. Das Spielfeld klebten wir in die Mitte des Bretts. Denn die Erde ist Mittelpunkt des Geschehens. Auch die Spielschachtel ist vom alten Spiel und dient, nun beklebt, als Schachtel für das neue Spiel. Das Logo des Spiels, die "Erde", sowie die Aufschrift sind gedruckte Bilder und zusammen mit einer blauen Folie auf die Schachtel geklebt. Die Spielfiguren sind aus einem Bastelladen und mit Acrylfarben bemalt. Auch die Punktesteine aus Holz sind vom Bastelladen. Wir haben sie aber bewusst nicht angemalt, um einen gewissen Teil "Natur" im Spiel zu belassen. Lediglich ein Holzstein haben wir farbig bemalt, da dieser als Rundenzähler dient.
Das Spiel ist eine Mischung aus mehreren Spielarten, die bereits bei Spielen bekannt sind. Zum einen besteht es aus einem Spielbrett, darum gilt es zunächst einmal als gewöhnliches Brettspiel auf dem die Haupthandlung stattfindet. Die Spieler besitzen eine eigene Spielfigur und zu deren Fortbewegung auf dem Spielbrett dienen Würfel. Darum zählt "Auftrag Erde" auch zur Art der Würfelspiele. Neben dem reinen Würfeln bedient sich das Spiel zusätzlich Fragen, die von den Spielern beantwortet werden müssen. Ein solches Spiel wird Rate-oder Fragespiel genannt. Der Einsatz der Würfel zeigt bereits, dass Glück den Spielverlauf bestimmt. Es ist nie gewiss, wer die schwarze Spielfigur oder die Schadensfelder erreicht, um so als Schnellster einen "Auftrag" lösen zu können. Mit Geschick und gemeinsamer Strategie müssen die Spieler versuchen, allerdings wiederum dem Zufall des Würfels unterworfen, Schaden von der Erde abzuwehren. Die Karten, die für die Lösung des Auftrages notwendig sind, gehen ungeordnet und zufällig an die Spieler und man kann nicht voraussagen, wer einen Auftrag lösen kann. Strategie ist in sofern verlangt, als sich die Spieler anhand der Lösungskärtchen absprechen müssen, wer welchen Auftrag lösen kann und sich so dann gezielt zur schwarzen Spielfigur bewegen.
Die Entwicklung des Spiels erfolgte in mehreren Schritten. Am Anfang war die Idee des Spielbretts in Form einer Erde zu gestalten, da das Thema Nachhaltigkeit weltumfassend ist. Dieses Erde- Spielfeld sollte in die Bereiche Mensch & Wohnen, Natur & Umwelt und Chemie & Industrie eingeteilt werden. Mit den Spielfiguren ziehen die Spieler auf verschieden bunte Felder und müssen je nachdem in welchem Bereich sie landen zu diesem Thema nachhaltige Dinge tun. Zu diesen Dingen zählen mehrere Aufträge, wie zum Beispiel Bäume pflanzen, oder Chemie im Fluss aufhalten bzw. beseitigen. Die Spieler sollten aber nicht konkurrieren, sondern gemeinsam die Welt schützen. Hier war also schon der Einfall vom Lösen von "Aufträgen" aufgekommen und dass es ein gemeinschaftliches Spiel werden sollte. Und zu diesem Zeitpunkt fielen uns bereits Namen wie "Auftrag Erde" oder "Mission Erde" ein. Auch das Einsetzen von Fragen sollte in dem Spiel vorhanden sein, da wir darin unter anderem einen der größten Lerneffekte sehen. Diese Fragen werden bei Erreichen von bestimmten Feldern gestellt, aber immer zu dem Bereich auf dem sich der Spieler mit seiner Spielfigur gerade befindet. Die endgültige Umsetzung dieser Spielidee ist uns nicht gelungen, da es Ansatzschwierigkeiten mit der Erstellung von Fragen und Aufträgen gab. Auch der Kontakt zum Spieleautor Wolfgang Kramer brachte uns keine weiteren Ideen. Darum haben wir unser erstes Konzept vorerst einmal beiseite gelegt. Aus diesem Grund kam uns die Spielemesse vom 13.11. - 16.11.2008 gerade recht. Beim Besuch dieser Ausstellung probierten wir so manche Spiele aus, jedoch gab es hier keinerlei Spiele in Richtung Umwelt oder Nachhaltigkeit. An einem Stand stellten Spieleautoren ihre Spielprototypen vor. Dabei kamen wir ins Gespräch mit dem Spielerautor Gerd Fenchel. Er gab uns Tipps zum Entwickeln von Spielen und bot uns seine Hilfe an. Durch den Austausch unserer E- Mail- Adressen war es uns möglich mit Herrn Fenchel in Kontakt zu bleiben. Er machte uns Vorschläge zu Nachhaltigkeitsspielen, bei denen die Spieler das Spiel gemeinsam in der Hand haben. Diesen Vorschlägen folgend, machten wir uns weitere Gedanken. Da uns der Name "Auftrag Erde" so sympathisch war, durchdachten wir erneut alle Möglichkeiten unseres ersten Entwurfes und kamen schließlich auf die Idee, dass es in unserem Spiel Ereignisse geben soll, welche als Aufträge mit vorgefertigten Kärtchen gelöst werden sollen. Durch Sammeln von verschiedenen Auftrags- Begriffen, welche Menschen auf der Erde verursachen, suchten wir mögliche Lösungen dazu. Diese sollten jedoch zu vielen verschiedenen Aufträgen passen. Damit wollten wir erreichen, dass die Spieler sich anhand eines Lösungskärtchens selbst Gedanken machen, ob und wie man so den Auftrag lösen kann. Indem sich die Spieler selbst mit dem Thema beschäftigen und nachdenken, lernen sie, unserer Meinung nach, am meisten dazu. Unserem Vorschlag, das Spielfeld als Erde zu gestalten, blieben wir treu, da sich die Ereignisse alle auf der Erde abspielen. Als Verursacher der Schäden brachten wir eine schwarze Spielfigur ins Spiel.
Schon gegen Anfang der Projektarbeit fielen uns Titel wie "Auftrag Erde" oder "Mission Erde" ein. Da wir uns schon Gedanken zu "Aufträgen" gemachte hatten, kam für uns der Name "Auftrag Erde" in Frage. Wir legten daraufhin das Spiel gezielt auf diesen Namen aus. In den im Spiel zu lösenden Aufträge ist der Name mit eingearbeitet. Es findet ein Schadensereignis statt und die Spieler haben nun den Auftrag dieses Ereignis zu beheben. Zwar verrät der Titel schon einiges über das Spiel, aber zeigt er auch einen ganz allgemeinen Zusammenhang zum Thema Nachhaltigkeit. "Auftrag Erde" bedeutet, dass die Erde für die Menschheit als Auftrag gesehen werden soll, diese zu retten und zu bewahren. Auf diesem einen Planeten existiert Leben und die Menschen müssen sich diese eine Erde für sich und die kommenden Generationen erhalten.
Als Logo des Spiels dient als ganz allgemeines Symbol die Erde. Anhand des Titels "Auftrag Erde" fanden wir, dass ein schlichtes Bild am besten geeignet ist. Es ist ein an sich nichts aussagendes Bild, doch in Kombination mit dem Titel, macht sich der Spieler schon beim Lesen des Spielnamens Gedanken was mit "Auftrag Erde" gemeint ist und wie der Titel im Spiel umgesetzt ist. Gleich zu erkennen ist auf jeden Fall, dass es um den Schutz der Erde geht. Die Farbe der Folie um die Erde herum zeigt das Universum. Ebenso ist sie die Komplementärfarbe zum gelben Titel.
Zur vollständigen Entwicklung des Spiels musste es nach einzelnen Entstehungsphasen immer wieder getestet und verbessert werden. Jede neue Idee versuchten wir ins Spiel zu integrieren, um mögliche Erweiterungen oder Verbesserungen mit einzubringen. Nach Erstellung eines Prototyps und grober Spielregeln war es an der Zeit, dass Personen, die das Spiel nicht kannten, einen Probelauf starteten. Alle Spieletester ließen wir einen vorgefertigten Fragebogen zum Spiel ausfüllen um anschließend deren Bewertungen auszuwerten und eventuell weitere Verbesserungen vorzunehmen. Immer wieder kamen uns auch noch neue Einfällen in den Sinn, welche nach und nach ins Spiel mit eingebaut wurden. Jedoch lieferte uns der Spieletest gute Ergebnisse. "Auftrag Erde" brachte einen großen Lerneffekt mit sich und keiner der Testspieler hatte negative Bewertungen abgegeben. Wir ließen das Spiel bewusst mehrere Jugendliche im Alter von 12 - 16 testen. Das Spiel sollte für Jugendliche sein, darum war es auszutesten, ab wann die Jugendlichen das Thema Nachhaltigkeit begreifen und es für sie demnach einen Lerneffekt bringt. Der Test ergab, dass dieses Spiel gut für diese Altersstufe geeignet ist.
Wir entwickelten ein Spiel, bei dem die Spieler auf die heutige Situation des Umgangs mit der Erde aufmerksam gemacht werden sollen. Schnell werden die Spieler erkennen, dass der Mensch allein für die schlechten Ereignisse auf der Erde verantwortlich ist. Im Spiel sind daher als Aufträge gezielt nicht nachhaltige Beispiele aus dem Alltag gewählt. Anhand derer lernen die Spieler nicht nur was schlecht für die Umwelt ist, sondern auch warum solche Dinge geschehen (sei es aus Bequemlichkeit oder einfach aus Unwissenheit). Die Folgen, die sich aus dem Handeln der Menschen ergeben, sollen den Spielern ebenso bewusst machen, dass sich aus einem "kleinen Nichts" für die Erde ein "großes Etwas" entwickeln kann. Es ist auch nicht immer einfach weitere Schäden auf der Erde zu verhindern oder aufzuhalten, besonders weil immer mehr Menschen immer mehr Schlechtes verursachen. Dies sehen die Spieler im Verlauf an der begrenzten Anzahl an Lösungskarten und dem nicht immer einfachen Erreichen der Ereignisse, da sich die schwarze Spielfigur immer weiter bewegt und überall ihre Schäden hinterlässt. Nachhaltiges Handeln erfordert von den Spielern nicht den Weg oder Sieg allein zu suchen, sondern sich gemeinsam, mit der Hilfe der Mitspieler an die Rettung der Erde zu machen. Aspekte wie "gemeinsam sind wir stark" oder "Einer für alle- alle für Einen" sind heutzutage gewöhnliche Sprichwörter. Viel zu selten aber wird auch danach gehandelt. Im Spiel dagegen sollen die Spieler begreifen, dass es zur Bewahrung des Planeten nicht alleine vonstatten gehen kann. Beim Einsatz der Lösungskärtchen können und müssen sich die Spieler untereinander helfen und auch am Ende sind Punkte für das Beseitigen der Schadensplättchen nötig. Nur wer teilt und sich für den anderen einsetzt, kann etwas erreichen. Denn die Rettung der Erde ist von allen Spielern bzw. Menschen abhängig.
Ein Spiel zum Erhalt der Erde für 3- 4 Spieler von 12- 99 Jahren. Spieldauer ca. 45 Minuten Inhalt:
Ziel des Spiels Unsere Erde wird täglich neuen negativen und für sie schädlichen Ereignissen ausgesetzt. Diese sind natürlich bedingt, wie zum Beispiel Naturkatastrophen, oder durch den Menschen verursachte Schäden, wie Verschmutzen der Natur oder Abholzung der Wälder. Der Mensch ist der größte Feind der Erde! Darum ist es die Aufgabe der Menschen, die Erde nicht weiter zu zerstören sondern sie zu bewahren und Schaden von ihr abzuwenden, um sie auch noch für kommende Generationen bewohnbar zu erhalten. So hat jeder Mensch, der auf dem blauen Planeten wohnt den Auftrag gemeinsam mit Anderen den Lebensraum Erde zu schützen und bewahren. Diesen Auftrag verfolgen die Spieler in "Auftrag Erde" und werden durch kreatives und nachhaltiges Denken als Beschützer der Erde versuchen aufkommende Probleme und Fragestellungen zu meistern, um die Erde "im grünen Bereich" zu halten.
Vorbereitung Das Spielfeld (symbolisiert die Erde) wird auf den Tisch gelegt. Die Spieler einigen sich auf einen Startspieler, der den ersten Zug macht.
Schwarze Spielfigur Die schwarze Spielfigur ist für die negativen Auftrags-Ereignisse auf der Erde verantwortlich.
Farbige Spielfigur Je eine farbige Figur erhält ein Spieler.
Auftrags- Ereigniskarten Die Auftrags-Ereigniskarten enthalten Schadensereignisse, die die schwarze Figur auf der Erde (Spielfeld) verursacht.
Schadensplättchen Die Schadensplättchen symbolisieren den auf der Erde verursachten Schaden.
Fragekarten Fragekarten verlangen Wissen und erfordern Schätzkünste von den Spielern oder bringen unerwartete Ereignisse in das Spiel.
Rundenzähler Der Stein auf dem Rundenzähler wird nach jeder Runde um eine Feld vorgerückt. Das Spiel ist nach zehn Würfelrunden zu Ende. Danach gibt es noch eine Runde ohne Würfeln.
Siegpunkte Wer am Schluss die meisten Punktesteine besitzt ist der Nachhaltigkeitssieger.
Lösungskärtchen Lösungskarten sind dazu da, durch Ideen zur Nachhaltigkeit, die zu begründen sind, Schaden von der Erde abzuwenden und Schadensplättchen auf dem Spielfeld ‚umdrehen' zu können. Über die Zulässigkeit einer Begründung entscheidet die Mehrzahl der anderen Mitspieler. Eingesetzte Lösungskärtchen müssen aus dem Spiel genommen werden und werden zur Seite gelegt.
Sieger des Spiels Je nachdem wie viele Grüne oder Schwarze Auftragskärtchen auf dem Spielfeld liegen, sind die Spieler oder die schwarze Figur Sieger des Spiels. Ist das Spielfeld am Ende noch von schwarzen Flächen bedeckt, so haben die Spieler versagt und die negativen Ereignisse, verursacht durch die schwarze Spielfigur, haben überhand genommen, sodass es den Spielern gemeinsam nicht mehr möglich war, gegen die Katastrophen der Erde anzukommen. Neben einem gemeinsamen Sieg ist der Spieler mit den meisten Punkten der Gewinner.
Von Anfang an waren wir uns einig, dass das Thema dieses Spieles aus dem alltäglichen Leben sein soll. Die Spieler sollen das Gelernte gleich im Alltag umsetzen können. Doch Kindern spielend Nachhaltigkeit beizubringen erschwerte diese Aufgabe zunächst, da sie nicht mit diesem Begriff vertraut sind. Bei der Suche nach geeigneten Themen stießen wir dann auf die Mülltrennung. Dies ist ein Bereich aus dem alltäglichen Leben, der auch im Nachhaltigkeitsgedanken verankert ist. Kinder können dazu ihren Beitrag leisten, jedoch wissen viele nicht, wie man richtig trennt. Deshalb beschlossen wir, die Mülltrennung in unserem Spiel zu thematisieren.
Bevor wir uns intensiv mit der Entwicklung der Spielidee befassten, setzten wir uns mit dem Thema Kinderspiele auseinander. Dazu spielten wir unterschiedliche Spielarten, wie zum Beispiel Glücks-, Lern- oder Strategiespiel. Zusätzlich beobachteten wir Kindern aus der Familie oder Verwandtschaft, wie sie sich beim Spielen verhalten und welche Bedeutung das Spiel für Kinder hat. Wir stellten dabei fest, dass eine Kombination aus Glücks- und Lernspiel den Kindern sehr viel Spaß macht. Mit den gewonnenen Eindrücken und den Feststellungen tasteten wir uns Schritt für Schritt an die Spielideeentwicklung ran.
Zunächst stellten wir einen groben Plan auf, welche Aspekte der Mülltrennung in unserem Spiel vorkommen sollen. Dabei achteten wir sehr auf einen alltagsnahen Bezug, das heißt wir wählten nur Müll aus, der in jedem Haushalt anfällt und der den Kindern bekannt ist. Daraufhin entwickelten wir den Entsorgungsvorgang. Dieser sollte vor allem kindgerecht gestaltet sein. Kinder sind beim Spielen gerne aktiv, deshalb versuchten wir das Lernen und die Aktivität über den Entsorgungsvorgang mit altersentsprechendem Schwierigkeitsgrad zu kombinieren. Um das Spiel spannend zu gestalten, bauten wir später noch Zusatzfelder mit ein. Das Sonnenfeld sollte die Spieldauer verkürzen. Gerade Kinder verlieren bei zu langen Spielen die Lust und können sich kaum noch konzentrieren. Durch die Sonne wird dies eingeschränkt. Jedoch stellten wir fest, dass das allein noch keine große Spannung erzeugt. So kamen wir auf die Idee Windfelder einzubauen. Diese machen das Spiel abwechslungsreich und spannend. Zuallerletzt wollten wir noch den Glückseffekt miteinbauen. Dieser wird mit dem Glücksfeld symbolisiert. Allmählich entstand so der Grundmechanismus des Spiels, den wir zuallererst anhand eines Prototyps testeten. Dieser Test war vor dem Bau des endgültigen Spiels sehr wichtig, da Einzelheiten, die nicht funktionierten, abgeändert und verbessert werden konnten.
Beim Bau dieses Spieles verwendeten wir ganz bewusst recycelte Materialien aus dem Haushalt. Bereits die Verpackung und die benötigten Spielmaterialien sollen die Spieler auf einen umweltschonenden Umgang aufmerksam machen. Der Spielplan, der zugleich die Verpackung des Spieles ist, soll den Spielern bereits vor Spielbeginn den Nachhaltigkeitsgedanken der Verpackungsverminderung übermitteln. Wir verwendeten dafür eine einfache, zusammenklappbare Weinschachtel.
Mit Wasserfarben grundierten wir zunächst die Oberfläche und beklebten sie später mit Bildern aus alten Kalendern. Als Spielfelder schnitten wir Tonpapier zurecht. Die Sonne ist aus demselben Material. Die Spielfiguren bastelten wir aus verschiedenfarbigen Eierschachteln. Durch einfaches Bemalen der Augen, Ausschneiden eines Schnabels und das Bestücken mit einer echten Hühnerfeder, wirken die Eierschachteln nicht nur als Spielfiguren, sondern zeigen den Kindern auch eine Bastelmöglichkeit aus Haushaltsverpackungen.
Die Mülltonnen sind Kaugummiverpackungen, die wir davor bereits gesammelt haben und zur Aufbewahrung verschiedener Dinge benutzten. Diese beklebten wir mit Fotopapier.
Die Müllchips sind Kartonplättchen, die wir von Verwandten geschenkt bekommen haben. Diese beklebten wir mit Müllbildern. Nach dem Zusammentragen all dieser aufgeführten Materialen machten wir uns ans Werk und bauten nach und nach "Die Umwelthühner".
Bei der Titelwahl war uns wichtig, dass dieser speziell für Kinder ansprechend sein soll. Er muss die Neugier und die Lust auf Spielen wecken. Außerdem sollte die Themenrichtung Bestandteil des Titels werden. Unter diesen Vorrausetzungen entschieden wir uns dafür das Spiel " die Umwelthühner" zu nennen. Mit dem ersten Begriff der Umwelt wird nicht direkt die Aufgabe der Mülltrennung angesprochen. Jedoch ist sie ein Bestandteil des Umweltschutzes. Das Spielfeld besteht zudem aus zwei Wiesenbildern, also der Umwelt. Die Hühner verkörpern die Haupt- und Spielfiguren zugleich. Durch die Spielvorgeschichte und den Einsatz der Hühner im Spiel wird ihre Stellung deutlich.
Anfangs testeten wir selbst das Spiel anhand eines Prototyps, dabei konzentrierten wir uns hauptsächlich auf die Spielregeln und den Spielverlauf. Nach wenigen Verbesserungen der Regeln testeten Familienangehörige, unter anderem Kinder unseren Prototyp. Nach dem Bau des Spiels standen der Spielplan und die Spielfiguren im Mittelpunkt unserer Tests. Zunächst spielten wir es selbst, später brachten wir das Spiel einem Kindergarten. Anhand eines ausgefüllten Fragebogens bekamen wir ein Feedback der Erzieherin über unsere Arbeit. Als erstes testete sie es mit 4- Jährigen Kindergartenkindern, wie die Altersempfehlung ursprünglich vorgesehen war. Unser Spiel hinterließ einen guten Gesamteindruck, vor allem die Spielfiguren kamen bei den Kindern sehr gut an, jedoch erwies es sich im Endeffekt als zu schwierig für 4- Jährige. Den Kindern waren einige Müllstücke und der Begriff Sondermüll nicht bekannt. Sie waren etwas überfordert mit dem Trennen. Danach testete sie das Spiel bei 5 ½ und 6 Jährigen. Der Gesamteindruck und besonders die Spielidee wurden mit sehr gut bewertet.
Bei diesem Test, stellte sich heraus, dass dieses Alter gut geeignet ist. Verbesserungsvorschläge waren, dass die Kinder mehr aktiv sein möchten, und deshalb keine Leerfelder auf dem Spielplan vorhanden sein sollen. Zur Kontrolle, ob ein Müllstück richtig getrennt ist, sollten die jeweiligen Zahlen auf die Rückseite geschrieben werden, da die meisten Kinder noch nicht lesen können. All diese Vorschläge verbesserten wir dann. Zudem fanden wir durch die Tests heraus, dass sich dieses Spiel auch für Jugendliche und Erwachsene eignet. Sie können dabei Neues lernen oder vorhandenes Wissen festigen.
Ob der Begriff Nachhaltigkeit durch das Spielen von "Auftrag Erde" und "Die Umwelthühner" vermittelt werden kann, war für uns in der Entwicklungsphase der Spiele zunächst ungewiss. Schon die Umfrage vor Beginn der Einarbeitung in die Projektarbeit zeigte uns, dass nur wenige die Frage nach der Bedeutung mit "Ja, sie ist mir bekannt" beantworten konnten. Wenn wir die Fragen mit den jeweiligen Spielern nach dem Spieltest jedoch wiederholen, ist es interessant zu sehen, wie sich die Bedeutung des Begriffes durch das Spiel umgesetzt hat. Angefertigte Spiele- Fragebögen lieferten uns anschließend das Ergebnis, dass zumindest fast jeder der Testpersonen eine wage Ahnung hat, was Nachhaltigkeit bedeutet. Es konnten zumindest Alltagsbeispiele genannt werden, was jeder tun kann um die Erde ein klein wenig zu schützen. Schon "Müll trennen", wie es uns auch Kleinkinder schon zu verstehen gaben, hieß für uns, dass die Spieler zumindest schon einmal den Sinn des Themas unserer Projektarbeit erkennen konnten. Vielleicht lässt sich gerade durch die spielerische Konfrontation mit dem Thema das Bewusstsein der Kinder und Jugendlichen stärken. Die Auswertungen der Tests zeigten zumindest schon einmal positive Ergebnisse auf. Das Entwickeln eines Spieles hat uns jetzt, da die Projektarbeit vorüber ist, zeigen können, was es für eine schwere Arbeit ist, Spiele zu einem bestimmten Thema anzufertigen, von dem der Spielende einen Nutzen ziehen soll - nämlich beim Spielen etwas gelernt zu haben. Nicht nur anderen wurde Wissen vermittelt, auch wir konnten eine Menge Erfahrung aus der Projektarbeit mitnehmen. Wir lernten von der Informationsbeschaffung über die Ideenentwicklung, bis hin zur Ausarbeitung und Interpretation von Ergebnissen vieles dazu. Gestartet in unsere Aufgabe sind wir zwar mit einem gemischten Gefühl, doch das Endresultat stellt uns nun vollkommen zufrieden. Für uns hat sich unser angestrebtes Ziel, einen Lerneffekt im Bereich Nachhaltigkeit durch das Spielen zu bewirken, bei den meisten Spielern bewahrheitet. Dies konnten die Testergebnisse zeigen. Auch der Spaß ging, wie die ausgefüllten Fragebögen bewiesen, beim Spielen nicht verloren. Darum denken wir, die Projektarbeit war ein voller Erfolg und jeder, ob Jung, ob Alt, kann sich nun am nachhaltigen Denken auf der Erde beteiligen!
[1 ] gfds.de (24.12.2007) GESELLSCHAFT FÜR DEUTSCHE SPRACHE: Das Wort des Jahres 2007: Klimakatastrophe. 07.12.2007. http://gfds.de/index.php?id=210 [2] LUKS, Fred (2002): Nachhaltigkeit, Hamburg: Europäische Verlagsanstalt [3] nachhall-texter.de (23.01.2008). TZU, Kuan: Das Zitat. Datum der Einstellung ins Netz unbekannt. http://www.nachhall-texter.de/ [4] learnline.nrw.de. GROBER, Ulrich : Nachhaltigkeit: historischer Ursprung des Begriffs. 25.08.2002 http://www.learnline.nrw.de/angebote/agenda21/archiv/99/pr/zei4898nachhalt.htm [5] RAT FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG (2003): Spaß und Sinn- Nachhaltigkeit. Auflage 1. Berlin: Rat für Nachhaltige Entwicklung beim Wissenschaftszentrum Berlin GmbH [6] STATISTISCHES BUNDESAMT (2007): Generationengerechtigkeit. Klimaschutz. In: STATISTISCHES BUNDESAMT: Nachhaltige Entwicklung in Deutschland. Indikatorenbericht 2006. Auflage 1.: Wiesbaden, Seite 8-9. [7] STAUD, Toralf / REIMER, Nick (2007): Wir Klimaretter. So ist die Wende noch zu schaffen. Auflage1. Köln: Verlag Kiepenheuer & Witsch [8] wikipedia.org (15.12.2007). TÖNJES: Soziale Nachhaltigkeit. 13.11.2007. http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Nachhaltigkeit
Bildquellen Dokumentation:
Besprechungsprotokolle
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